FB 4 - Wirtschaftsinformatik
Grundlagen guten Layouts
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Version 28.02.2017
Vorbemerkung

Form und Inhalt müssen stimmen. Es reicht nicht, dass eine Arbeit inhaltlich gut, aber vom Äußeren her schlecht ist. Dies gilt auch umgekehrt. Unter dem Aspekt des wissenschaftlichen Arbeitens wird meistens primär der Inhalt betont. Das ist falsch.

Ein gutes Layout ist schwer zu finden, da neben Grundkenntnissen des Layouts auch so etwas wie Geschmack und ein gutes Gefühl für thematische Angemessenheit erforderlich ist.

Das gesamte Gebiet, das sich um Design, Layout und Ästhetik im Zusammenhang mit Inhalt - oder Gebrauch, wenn es sich um Gegenstände handelt - dreht, ist sehr groß (es gibt Hochschulen hierfür), so dass hier nur ein paar Anmerkungen gemacht werden können.

Ein gutes Layout hat folgende Eigenschaften:

  • Es bleibt unbemerkt, im Hintergrund.
  • Es motiviert den Leser zum Lesen ohne jede Anstrengung.
  • Es passt einfach zum Inhalt.

Bei den folgenden Informationen handelt sich hierbei nicht um Regeln oder Theorien, sondern wirklich nur um Hinweise, Anregungen.

Der Autor geht von dem klassischen, zeitlosen wissenschaftlichen Text aus - weder Kunst, Extravaganz noch Konzepte für besondere Anwendungen, z. B. Einladungen, Visitenkarten, Briefe etc. sind hier gemeint, sondern kurze (5-15 Seiten) bis längere (250-300 Seiten) Texte mit eher funktionalem Inhalt - auch kein Webdesign.

Die Leser/innen mögen dies hier als Anregungen auffassen, einen eigenen Stil zu entwickeln.

Seiten
  • Das Titelblatt enthält mindestens neben den Namen des Autors den Titel, die Organisation (HTW mit Studiengang/FB) und Jahr/ Monat der Erscheinung. Zu diesen Daten können noch weitere hinzukommen.
  • Die maximale Anzahl der Zeichen pro Zeile sollte 80 nicht übersteigen, besser sind Werte zwischen 60 und 70. Dies hängt etwas vom verwendeten Font ab. Bei der Zählung wird alles mitgezählt, auch Interpunktion und Leerzeichen.
  • Die Schriftgröße sollte zwischen 10 und 12pt, bei späteren Verkleinerungen bei 14pt liegen. Auch dies hängt etwas vom verwendeten Font ab.
  • Kopfzeilen, Fußzeilen sowie der Fußnotentext sind 1-2pt kleiner als der Text des Satzspiegels. Bei kleinen Schriften 1pt, bei normalen bis größeren 2pt.
  • Weder im Kopf, noch im Fuß steht der Name des Autors, die HTW oder irgendwelche Firmen oder Produkte, besonders keine Logos, sondern die (verkürzten) Titel des aktuellen Kapitels und die Seitennummer. Oder außer der Seitennummer mit optionalen Bindestrichen gar nichts.
  • Ein Verzeichnis der Tabellen und Abbildungen ist bei kurzen Arbeiten nicht erforderlich, bei längeren meistens auch nicht, besonders dann, wenn es nur eine Tabelle oder Abbildung gibt.
  • Verzeichnisse sowie der Index werden mit römischen Ziffern jeweils neu von I beginnend nummeriert.
  • Für den Satzspiegel ist ein Serifenfont zu nehmen, z. B. Times, für Überschriften ein serifenloser Font, z. B. Helvetica oder Arial. Es ist aber auch möglich nur serifenlose bzw. Serifenschriften zu nehmen. Je länger der Text, desto eher Serifenschriften für den Satzspiegel. Doch nie mehr als 2 Fonts gleichzeitig.
    Hierbei gibt es zwei Ausnahmen:
    • Sprüche bzw. Zitate zum Beginn von Kapiteln
    • Texte, die computerhaft sind: hier sollten monospaced fonts (wie auch immer dies auf Deutsch heißt) benutzt werden.
  • Normaler, einfacher Zeilenabstand. Bei kleinen Schriften eventuell 1-2pt Abstand mehr, wenn der Text ansonsten zu dicht gedrängt wirkt. Dies hängt etwas vom verwendeten Font ab.
  • Für Absätze gibt es zwei Methoden:
    • Die erste Zeile ist leicht (Mindestens doppelte Breite des Buchstabens m) nach rechts eingerückt (so werden meist Kriminalromane gesetzt), der Abstand zum vorherigen Absatz ist ein Zeilenabstand.
      Aber: eingerückt wird nur nach einem Textabsatz, nie nach Überschriften, Abbildungen, Tabellen etc.
    • Die erste Zeile ist nicht eingerückt, dafür ist der Zeilenabstand zur vorherigen Absatz größer, sonfern dieser ein Textabsatz ist. Die Ausnahmen sind dieselben wie bei der anderen Methode.
  • Zur Betonung immer Kursiv benutzen, nie Fett oder Unterstrichen.
Überschriften
  • Überschriften immer in Fett, nie Unterstrichen oder Kursiv.
  • Maximale Schachtelungstiefe mit Nummerierung 3, alles tiefer Geschachtelte ohne Nummerierung - hier gibt es manchmal Ausnahmen.
  • Überschriften mit Nummern kommen ins Inhaltsverzeichnis.
  • Überschriften der Hauptkapitel in den Kopf.
  • Bei 2-seitigem Layout kommt der Titel des Kapitels der 1. Stufe in die linke Kopfzeile, während der des Kapitels der 2. Stufe in die rechte Kopfzeile.
  • Nie innerhalb von Überschriften trennen.
  • Überschriften sind weder zentriert, noch haben sie Blocksatz - sondern linksbündig gesetzt.
  • Manchmal sollte der Buchstabenabstand innerhalb der Überschrift etwas größer gewählt werden.
  • Der Zeilenabstand ist immer einfach, d.h. kein (Zusatz-)Abstand.
Literatur
  • In den Fußnoten, die immer auf derselben (oder auf der direkt folgenden) Seite stehen, kommt nur Text vor, der nicht wesentlich zum Verständnis des eigentlichen Textes ist; das gilt auch für Marginalien.
  • In die Fußnoten kommen Ergänzungen, Verweise auf Literatur und Erläuterungen von Akronymen oder von Fachbegriffen etc.
  • Der Fußnotentext ist 1-2pt kleiner als der Text des Satzspiegels sein. Der Zeilenabstand ist immer einfach, d.h. kein (Zusatz-)Abstand.
  • Der Fußnotentext wird eingerückt, d.h. die zweite (und folgende) Zeile beginnt nicht linksbündig, sondern unter dem 1. Zeichen der 1. Fußnotenzeile.
  • Zitate werden durch Einrückung o.ä. mindestens durch doppelte Anführungszeichen als solche gekennzeichnet. Das Zitat gibt einschließlich aller Schreibfehler im Original eben das Original buchstabengetreu wieder - dies gilt auch für die verschiedenen Rechtschreibreformen oder Sprachen.
    Zum Zitat gehört immer die Seitenangabe der Stelle.
  • Bei einem Zitat in einem Zitat müssen die einfachen Anführungszeichen benutzt werden, auch wenn im Original die doppelten vorkommen (etwas Pragmatismus tut gut).
  • Auslassungen und sinngemäße Ergänzungen werden in eckigen Klammern in das Zitat eingefügt:
    • Auslassung: "Er stieg auf den Berg und rief: [...]"
    • Ergänzung: "[Er] stieg auf den Berg und rief: 'Donnerlittchen!'"
  • Eine Referenz (Verweis, Bezug) wird in eckigen Klammern unter Angabe einer Nummer, eines Kürzels oder eines Namens samt Jahreszahl definiert. Dazu gehört die Seitenangabe, falls auf eine bestimmte Stelle verwiesen wird.
  • Die Referenz kann direkt im Text stehen, was bei mehreren Referenzen direkt hintereinander etwas den Lesefluss stört, oder in eine Fußnote verbannt werden. Die erste Methode wird eher in den Naturwissenschaften, die zweite in den Geisteswissenschaften angewendet.
  • Das Literaturverzeichnis ist alphabetisch sortiert. Dies geht am besten, wenn die Literatur in eine unsichtbare Tabelle gebracht und diese sortiert wird.
  • Literaturangaben werden wie folgt definiert (nach DIN/Duden):
    Nachname, Vorname: Titel. Verlag, Auflage, Jahr
    oder:
    Nachname, Vorname; Nachname, Vorname: Titel. Verlag, Auflage, Jahr
  • Verweise ins Web analog mit Angabe der URL und der Angabe des Abrufdatums. Da das Web nicht zitierfähig ist, ist es am besten alle Dokumente aus dem Web sowie alle anderen schwer erhältlichen in einer CD der Arbeit beizulegen.
Trennen
  • Größere Lücken zwischen Worten bei Blocksatz sind durch Trennung langer Worte zu vermeiden.
  • Aber: Innerhalb eines Absatzes sollten nur max. 3 Zeilen direkt hintereinander mit Trennstrichen aufhören.
  • Die abgetrennten Silben sollten mind. 3 Buchstaben lang sein.
  • Folgendes ist bei Seitenumbrüchen zu vermeiden:
    • Die 1. Zeile eines Absatzes ist die letzte Zeile einer Seite
    • Die letzte Zeile eine Absatzes ist die 1. Zeile einer Seite
    • Nach einem einleitenden Satz endend mit einem Doppelpunkt folgt ein Seitenumbruch.
Absätze
Die Regel: "Jeder Gedanke ein Absatz" führt sicherlich zu vielen kurzen Absätzen. Daher sollte die Regel etwas geändert werden:
"Jeder einzelne in sich geschlossene Gedankengang ein Absatz"
Also keine Absatzwürste produzieren.
Textsysteme
Wenn es das Textsystem hergibt, immer und ausschließlich mit Druck- oder Layoutformaten arbeiten. Diese werden von MS Word, Adobe FrameMaker, Open/Libre-Office bestens unterstützt.
Nie, aber wirklich nie sich die Formate jedes Mal individuell basteln, z.B. mit Tabs oder Blanks etc. Dies gelingt natürlich nur dem, der sich früh bzw. im Vorfeld seinen Stil in Form einer Definition (Seitenvorlage) schrittweise erarbeitet hat.

Zum Schluss noch einen Tipp zur Arbeitsweise:
Immer gleich so schreiben, dass es abgegeben werden kann, d.h. nicht scheinbar unwichtige Arbeiten, z. B. Trennungen oder Rechtschreibkorrekturen, auf später verschieben. Dies hat einen psychologischen Grund: der Text wirkt sonst immer unfertig und das führt sehr selten zur inneren Befriedigung. Ganz abgesehen davon ist immer am Ende zu wenig Zeit (Verschiebe nicht auf morgen, was du kannst heute besorgen), was dazu führt, dass Trennungen nicht durchgeführt werden.